Fledermäuse vor der Haustüre

Freitag, 26. August

In Europa sind Fledermäuse die nächsten Verwandten des Menschen, ihr Körperbau ist dem unseren nicht unähnlich. Vor 50 Millionen Jahren kam es zur Abspaltung dieser Linie.  Sie gehören zu den Säugetieren, haben ein dichtes Haarkleid, das den Körper schützt. Im Laufe der Evolution entwickelten sich ihre Vorderextremitäten zu tüchtigen Flügeln. Die Beine stützen den Körper beim Laufen und Klettern, während der Ruhe sind sie wichtige Aufhängeorgane. 
Bis zu zwanzig verschiedene Arten der Fledertiere kommen bei uns in Baden-Württemberg vor, ca. 900 Arten weltweit. Um Bewußtsein zu schaffen für ihre spezielle und auch sehr bedrohte Lebensweise und um Berührungsängste abzubauen, findet alljährlich Ende August die Internationale Batnight statt.  Aus diesem Anlass hatte die NABU-Gruppe Dußlingen vergangenen Freitag zu einer Exkursion eingeladen. Etwa 30 Interessierte kamen zum Treffpunkt am Kindergarten Au. Zunächst führte Jörg Wieland in das Thema ein. Zum schlechten Image der Fledermäuse trägt vor allem das Bild vom Vampir, dem Blutsauger und Krankheitsüberträger bei. Solche Arten gibt es jedoch nur in Südamerika, die bei uns vorkommenden ernähren sich von Insekten und Käfern. Sie haben durchaus spitze Zähne, die sie aber benötigen um den Chitinpanzer eines Käfers zu knacken.
Bei fortgeschrittener Dämmerung gehen sie auf Beuteflug. Da ihr Sehvermögen nur schwach entwickelt ist, stoßen sie zu ihrer Orientierung für uns nicht hörbare Laute in hohen Frequenzen aus. Die rückkehrenden Echos der Ortungslaute werden vom Hörsystem der Fledermaus wahrgenommen, die Futtersuche kann beginnen. Ein präzises Ortsgedächtnis, das in kurzer Zeit die Struktur der Umwelt abspeichert, ist ebenfalls eine wichtige Orientierungshilfe. Auch über ihre Lebensweise und die Quartiere, ihren Winterschlaf und die Überwinterungsplätze hatte Jörg Wieland interessantes und spannendes zu berichten.

Als das Tageslicht weniger wurde, machte sich die Gruppe auf in Richtung Steinlach. Ziel war in erster Linie, die in diesem Bereich vorkommenden Zwerg- und Wasserfledermäuse aufzuspüren. Ein erstes Knacken im Batdetektor, der die Rufe für das menschliche Ohr hörbar macht, verriet, dass einige Exemplare bereits ausgeflogen waren. Gegen den noch etwas hellen Himmel waren von einer Lichtung aus die wendigen Flugbewegungen von etlichen der nächtlichen Jäger zu beobachten. 

Direkt über der Wasseroberfläche der Steinlach beim "Männerbad" und an der Brücke in der Au war es dann im Licht eines Handscheinwerfers eher ruhig. Offensichtlich waren die Fledermäuse noch satt von den Vortagen, an denen bereits ideales Ausflugswetter herrschte. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blüten und Vogelstimmen

Sonntag, 24. April

Sonne, Wolken, Graupelschauer und ein durchgehend frischer Wind bildeten den Rahmen für die Führung am Sonntagnachmittag, 24. April 2016. Die NABU-Gruppe Dußlingen mit Vogelexperte Stefan Schmid aus Ofterdingen und der Obst- und Gartenbauverein hatten zu Blütenrundgang und Vogelbeobachtung im Hägnach eingeladen. 

 

 

 

 

 

 

 

Gleich zu Beginn der Runde flogen Turmfalke und Mauersegler über uns, letzterer schon sehr zeitig aus seinem Winterquartier zurückgekehrt. Angesichts blühender Birn- und Kirschbäume war der dramatische Rückgang von Insekten - verursacht durch zuviel Pflanzenschutzmittel und eine intensive Landwirtschaft - wichtiges Thema. Die Folge ist eine fehlende Bestäubung. Auf einer frisch gemähten Wiese suchten Kohlmeisen und ein Kleiber nach Nahrung. Oben in der Spitze eines Baumes saß in aller Ruhe ein Mäusebussard, mit dem Spektiv konnte er ganz aus der Nähe betrachtet werden.  

 

Unverkennbar war der Gesang einer Mönchsgrasmücke, die ihren Namen der schwarzen Kopfplatte zu verdanken hat. Von etwas weiter entfernt klang die Strophe einer Singdrossel herüber. Trotz vieler Holzstöße auf den Wiesen, einem idealen Standort für das Nest einer Bachstelze, ließ sich kein Vertreter dieser Art blicken. Wohl aufgrund der kühlen Witterung tat ihr dies so manch anderer Vogel gleich.
Entlang des Weges hatten wir zahlreiche Gelegenheiten, Beispiele von Obstbaumschnitt anzuschauen - von gelungen bis weniger gelungen. Kleine Erdhäufchen auf dem Feldweg deuteten darauf hin, dass die Sandbiene bereits Gänge in den Boden gegraben hatte um darin ihre Eier abzulegen. Nach ca. 1,5 Stunden Wanderung rundeten Kaffee und Kuchen im OGV-Heim auf der Maltschach das gemeinsame Naturerlebnis ab.   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Exkursion zu den Graureihern

Freitag, 8. April

Ausgerüstet mit Ferngläsern und zwei Spektiven begab sich eine recht stattliche Anzahl an Interessierten auf die Suche nach Graureihervorkommen im Lehle-Wäldchen.

Eingeladen hatte zu einer für Vogelbeobachtungen ungewöhnlichen Zeit am späten Nachmittag die örtliche NABU-Gruppe. Hartmut Groß, stellvertretender Vorsitzender des NABU und ausgewiesener Kenner der Dußlinger Graureiher-Szene, erklärte in verständlicher Weise die Lebensweise dieser Großvögel. 

Nicht nur die Erwachsenen, auch die Kinder waren mit Eifer dabei, dank der stark vergrößernden Spektive „ganz aus der Nähe“ die hoch auf den Bäumen angesiedelten Nester und ihre Bewohner betrachten zu können.

„Schlampig gebaut“, so Hartmut Groß, seien diese Konstruktionen, wegen ihrer Größe auch „Horste“ genannt. Die Vögel interessiert eben weniger das Aussehen als vielmehr ein guter Halt auf den bei Wind stark schwankenden Bäumen. Die Horste werden mehrfach bezogen und über mehrere Jahre genutzt. Durch das erforderliche Nachbessern entstehen Gebilde, die ein wenig grob anmuten.

Über 10 Graureiher bevölkern derzeit das relativ kleine Wäldchen. Eine Brut pro Jahr ist die Regel, die Brutzeit dauert im Schnitt 30 Tage. Natürliche Feinde haben nur die Jungvögel, die schon mal Attacken von Milanen zum Opfer fallen können.

 

Sehr schön war der mit einem "dumpfen Meckern“ (die Tiere geben nur einen spezifischen Laut von sich) einhergehende Nestbau zweier Altvögel zu beobachten.

Die annähernd zweistündige Führung hat allen Beteiligten Spaß gemacht und das Interesse geweckt, im Jahresverlauf öfters mal nach diesen sehr beeindruckenden Vögeln Ausschau zu halten.      

 

 

 

Jahreshauptversammlung 2016

Freitag, 26. Februar

Mit einem Gedenken an zwei verstorbene Mitglieder eröffnete Vorsitzender Jörg Wieland die Jahreshauptversammlung des NABU Dußlingen am 26. Februar 2016. Im Vereinsraum Lichtstube im alten Rathaus trafen sich NABU-Vorstand, Mitglieder und BM Hölsch.
Der Jahresrückblick - moderiert von Peter Leide - stand im Mittelpunkt des Abends. Ob Arbeitseinsätze, Exkursionen oder Ferienprogramm, das Angebot zum Mitmachen war vielfältig. Darunter auch eine Führung zu den Graureihern im Lehle Ende März. Diese großen Vögel bauen ihre Horste in den Wipfeln hoher Bäume. Mit Fernglas und Spektiv gelang es, den Nestbau aus der Nähe zu beobachten.
 
Bild: Alexander Maier
Bild: Alexander Maier
Im Ferienprogramm konnten Kinder Insekten bestimmen, Nisthilfen aus Holz bauen oder mit einer kleinen Schafherde wandern. Der mit Abstand anstrengendste Arbeitseinsatz fand Mitte Oktober am Bahndamm statt. Das Mähen im Steilhang mit anschließendem Abräumen des Mähguts erforderte hohen körperlichen Einsatz. Anläßlich der Europäischen Batnight Ende August gingen wir auf die Suche nach unseren heimischen Fledermäusen. Bei einer Exkursion an der Steinlach konnten zahlreiche Exemplare der nächtlichen Jäger beobachtet und Wissenswertes über deren Leben erfahren werden.
Wie schon viele Jahre zuvor hat sich der NABU am Warentauschtag beteiligt und den Dußlinger Weihnachtsmarkt mit seinem Stand bereichert. Nach Kassenbericht und -prüfung wurde der gesamte Vorstand einstimmig entlastet. BM Hölsch dankte den NABU-Aktiven im Namen der Gemeinde für ihre vielseitigen Tätigkeiten.
Mit einem Ausblick auf die für 2016 geplanten Aktivitäten, wie sie auch aus dem Jahresprogramm ersichtlich sind, und zu denen Mitglieder und Interessierte herzlich eingeladen sind, beendete Jörg Wieland die Versammlung.